Microsofts Tanz mit der Flamme

Erst sah es so aus, als ob dieser super-böse Mega-Virus mit dem putzigen Namen Flame nicht nur schlecht programmiert war und mehr Ähnlichkeit mit einem Computerspiel hatte, sondern dass das ganze Aktion nichts anderes war als eine PR-Aktion. Soweit, so wie immer, wenn die Medien hyperventilieren.
Doch die jetzige Wendung ist der absolute Hammer und für Microsoft ist es der Super-GAU: der Virus konnte sich wahrscheinlich über das Windows-Update-System auf die Rechner schleichen!

Wie ist das möglich? Ganz einfach, der Schädling verfügte über ein gültiges Microsoft-Zertifikat. Das lässt nur wenige Möglichkeiten offen: das Zertifikationssystem von Microsoft wurde gehackt, in der Microsoft-Vertrauenskette gibt es mindestens ein schwarzes Schaf oder Microsoft war an der Entwicklung des Schadcodes direkt oder zumindest indirekt beteiligt [update] Golem spekuliert, Microsoft sei von einem Geheimdienstmaulwurf unterwandert. [/update] Egal welche Erklärung zutrifft, der Schaden für Microsoft ist immens.

Das ist mehr als beunruhigend. Malen wir uns ein Horrorszenario: die Geheimdienste setzen eine neue Version ihres “perfekten” Spionageprogramms ein. Doch diesmal gerät alles außer Kontrolle. Die befallenen Rechner lassen sich nicht mehr bedienen, aber sie verbreiten den Schadcode weiterhin. Rasend schnell wird ein Microsoft-Rechner nach dem anderen infiziert und unbrauchbar. Ganze Rechnernetzwerke kollabieren, die Stromversorgung bricht zusammen, Chaos bricht aus … der Mega-Computercrash, der zur Jahrtausendwende der Welt den Untergang  bescheren sollte,  hatte nur 12 Jahre Verspätung.

Zum Glück ist der Horror nur ein Hirngespinst eines Bloggers. Das Gedankenspiel zeigt allerdings die Unvernunft und die Gefahren, die durch die Abhängigkeiten von Monopolkonzernen entstehen.

04. Juni 2012 von stillewasser
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