Hofberichterstattung auf spanisch

Ein Restaurantbesitzer steht während der Demonstration in Madrid vor seinem Lokal und beschützt die bei ihm Zuflucht suchenden Gäste - wahrlich, ein wirklicher Held!

Für die Presseagentur Reuters ist der Fall eindeutig: der mutige Restaurantbesitzer beschützt seine Gäste vor dem pösen, steinewerfenden Pöbel!
Doch Wahrheit und Mainstreampresse passen in etwa so zusammen wie Politik und Vernunft. Die Geschichte ist so nicht ganz richtig, der Restaurantbesitzer beschützte seine Gäste nämlich vor einer ganz anderen Gefahr: in seinem Lokal befinden sich von der Polizei verwundete Demonstranten und Kinder. Hätte die Journaille dieses Bild veröffentlicht, hätte sie ihr Lügenmärchen niemals erzählen können:

Das ist nicht die einzige Ungenauigkeit, die den Qualitätsmedien während der Berichterstattung über die spanischen Proteste unterliefen. Nach der von ihnen veröffentlichten Darstellungen ging die Gewalt von den Protestlern aus. Ja, es gab Gewalt auf Seiten der Demonstranten, doch diese könnte auch von einem Agent Provocateur der Polizei ausgelöst  worden sein. Klar, das ist eine übliche Verschwörungstheorie, doch dank der überall verfügbaren Kameras gibt es diesmal auch Beweise, wie dieses Video zum Beispiel:

Tja, die Krönung der journalistischen Absurditäten leistet sich einer der alten Herren von der SZ. Er beglückt uns mit folgender, tiefschürfender Analyse: die Spanier, die unter der höchsten jemals gemessenen Arbeitslosigkeit leiden, haben nur ein glitze kleines Problemchen: ihre Führer erklären ihnen die Krise nicht richtig – mal ernsthaft, was könnte die Massen sonst auf die Straße treiben? m(

27. September 2012 von stillewasser
Kategorien: Medien | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Pingback: #Spanien: No pasarán! | chefarztfraulicher:beobachter

Schreibe einen Kommentar