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(P)ACTA sunt servanda

ACTA ist ein multilaterales Anti-Piraterie-Abkommen und soll internationale Standards zur Durchsetzung von Urheberrechten etablieren. Die Kritiker bemängeln, das Abkommen sei falsch, schädlich und vor allem undemokratisch. Die EU hat das Abkommen unterzeichnet - und das ist auch gut so. Denn die Vorwürfe stimmen, die Gängelungen wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Beteiligung gesellschaftlicher und ziviler Organisationen in den Hinterzimmern der Mächtigen ausgehandelt, der freie Zugriff auf Informationen wird zum Risiko, denn zukünftig kann ein unbedachter Klick heftige Sanktionen nach sich ziehen. Die unbeschwerte Freiheit war vorgestern.

Doch, ich finde das gut. Die Gründe sind einfach. Es zeigt wieder einmal die ungeschminkte Fratze der EU, die als Elitenclub unsere Freiheitsrechte bedenkenlos an die Rechtebesitzer verhökert. Zudem macht es selbst dem Dümmsten klar, dass das Internet schon lange zur Farce verkommen ist. Dezentral? Lachhaft! Egalitär und gleich? Ein schönes Märchen! Interaktiv, senden in eine Richtung war gestern? Nein, nein, das ist auch heute noch so.
ACTA hat das Potential, dass die Nerds endlich verstehen: sie haben den Kampf im Netz schon seit längerer Zeit verloren! Es fördert nicht die Freiheit, sondern die Überwachung! Vorratsdatenspeicherung, Facebook, Google und Co. machen uns zu gläsernen Menschen, deren Vorlieben, ihr soziales Umfeld und ihr zukünftiges Handeln leicht auszurechnen sind. Wir sind die perfekten Lemminge, weil wir uns noch selbst die Mühe machen, die notwendigen Daten in ihre Systeme rein zu hacken.

Wir brachen Alternativen - nicht nur im Netz. Aber vor allem dort wird die Entscheidung fallen, ob der Eintritt in die Epoche des Informationszeitalters mit einem dunklen Kapitel beginnen wird. Der Elan, mit der die Entwicklung des Internets statt fand, war gigantisch, aber er ist längst einer Steuerung durch die Konzerne gewichen. Die neu geschaffenen Freiräume sind - bis auf wenige Nischen - längst erobert oder geschlossen worden.
Mich schmerzt nicht nur der Verlust, sondern auch die Erkenntnis, dass wir weder das Geschenk zu nutzen verstanden, noch dass wir gegen die feindliche Übernahme gekämpft haben - im Gegenteil, wir haben es begrüßt.

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