Wirtschaft

Europa, eine absurd-skurrile Tragödie

Worte sind in diesem Blog über die griechische Tragödie genug geschrieben worden. Die "Rettungs"-Strategie hat sich nicht geändert, die Situation in Griechenland schon. Wenn Worte nicht mehr ausreichen, lassen die nackten Zahlen, die der Querschüsse-Blog zusammen getragen hat, das Ausmaß der Katastrophe erahnen.

Transaktionssteuer

Da die FDP zu ihrer neoliberalen Haltung steht, für die sie vor erwas mehr als zwei Jahren bundesweit 14,6 % der Stimmen erhielt, ist sie jetzt hoffnungsschwanger gegen die sogenannte „Transaktionssteuer“. Viele „Ökonomen“ melden sich zu Wort und bringen „Argumente“ dagegen vor, dabei handelt es sich nur um eine geringfügige Umsatzsteuer, die nicht zuletzt wegen der nachweislichen Schäden der Spekulation der „Märkte“ erhoben werden soll. Dies ist seit 2008 bekannt und wird hierzulande u. a. von der FDP tapfer ignoriert.

Merkozy packen die Folterinstrumente aus

Es ist vollbracht, die Zukunft des Euro ist besiegelt! Es wird keine Euro-Bonds geben, dafür gibt es automatisierte Folterinstrumente für die Krisenländer.

Der Euro ist tot, lang lebe der Euro!

Der hochgejubelte EFSF ist eine Totgeburt. Noch bevor der "Rettungsschirm" seine gehebelte Wirkung entfalten kann, ist er bedeutungslos geworden. Das Übergreifen der Euro-Krise auf Italien, der drittgrößten Wirtschaftsnation Europas, ist nichts anderes als das Scheitern aller bisherigen Rettungsversuche. Das Problem des EFSF-Rettungsschirms ist: er hat das Format von seinen Müttern und Vätern geerbt und das ist im Vergleich zur Krise schlicht viel zu mickrig.

Kommt jetzt die Katastrophe? Nein, denn völlig unerwartet erscheint am Horizont ein Silberstreifen der Hoffnung.

Bananenrepublik Europa

Jubel, Jubel, allüberall Jubel über den ach so erfolgreichen Gipfel. Nur nicht in dem kleinen Blog einspruch! mit seinen zaubertrank-trinkenden Autoren :-) Nein , nein, auch in diesen harten Zeiten gibt es in den endlosen Weiten des Informationsmeers Internets noch ein paar andere vernünftige Stimmen.

Wer hat den längeren Hebel?

1.000.000.000.000 € - nicht schlecht! Das ist die gehebelte Summe, die dem EFSF nun zur Euro-Rettung zur Verfügung steht. Jetzt muss es doch mit dieser nervigen Euro-Krise endlich mal gut sein!

Deutschlands Mutti hat sich durchgesetzt, der EFSF bekommt einen Hebel nach dem Versicherungsprinzip, die Staatsschulden der Euro-Staaten erhalten eine Teilkaskoversicherung. Ob das die Investoren überzeugt, ihre Risikoaufschläge auf ein annehmbares Niveau zu senken vermag, wird sich noch zeigen.

Wo bleibt der "Hebel" des Rettungsschirms?

Wir sind gespannt, wie er aussieht. Wahrscheinlich erscheint, dass es mit Goethe und Binswanger eher ein alchemistischer Vorgang sein wird, der möglicherweise von den Verbriefungen vor mehreren Jahren nicht sehr weit oder gänzlich entfernt ist. Die aus der klassischen Physik stammende Metapher des "Hebels" dient im Wesentlichen als Nebelwerfer. Wieso soll ein "Rettungsschirm" einen "Hebel" erhalten? Die Schiefheit der Sprache deutet auf sehr Problematisches hin.

Schweizer Paukenschlag

Das ist ein Paukenschlag: die Schweiz setzt einen Mindestumtauschkurs zum Euro von 1,20 fest und koppelt den Franken somit an die Gemeinschaftswährung. Wenn jemand etwas von Geld versteht, dann die Schweizer! Daher wiegt es besonders schwer, wenn gerade sie dem Treiben der freien Marktkräften ein Ende setzen.

Die bösen Börsen

Der Kapitalismus ist krank, neue Krankheitsschübe durchrütteln ihn. Seine Fieberkurve, die Börse, rauscht nach unten. Die Politiker stehen am Krankenbett und werden mit jedem Tag nervöser.

Heißer Sommer

In diesem Sommer bringt sich die Krise auf Höchsttemperatur. Damit meine ich nicht das Geplänkel um Griechenland, denn das krisengeschüttelte Land mit seinen 11 Millionen Einwohnern ist in der riesigen Eurozone mit über 327 Millionen Menschen nur eine Randerscheinung.